Schachtelhalm

Aus Kaktus und Kuebel

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Schachtelhalmbrühe

Jedes Jahr im Frühjahr schimpft mein Schwager Klaus über seinen Rhododendrongarten. Nicht weil seine Pflanzen besonders schön blühen, sondern weil sich unter den Pflanzen eine breite Schicht Unkraut, speziell Schachtelhalm, ausgewachsen hat. Aus verschiedenen Berichten hatte ich vernommen, dass einige Kakteenfreunde gerne Schachtelhalmbrühe zum Spritzen der Pflanzen als auch als Beigabe zum Gießwasser verwenden. Schachtelhalm ist stark Kieselsäure-haltig und besitzt außerdem eine antimykotische Wirkung. Ich kenne zwei Rosenliebhaber, die auf diese Brühe schwören, um unter anderem Mehltau zu bekämpfen.

Auch hier dachte ich mir, dass muss probiert werden. Mein Schwager gibt mir alljährlich seine Ernte, im Anschluss reinige ich den „Schachtelhalmsalat“, damit restliche Erdbestandteile abgespült werden. Jetzt nehme ich einen alten Topf, gebe das Kraut hinzu, fülle Wasser auf (auch hier bevorzugt gereinigtes Regenwasser, wegen der Kalkablagerungen). Anschließend wird das Ganze ca. eine halbe Stunde gekocht und wieder abkalten lassen. Es wäre günstig, wenn Sie dies nicht am heimischen Herd tun würden, wenn keine Alternative besteht, schicken Sie Ihre Gattin für ein paar Stunden ins Kino: Die Brühe stinkt! Im Regelfall am nächsten Tag siebe ich das Kraut ab und gebe die Brühe in einen Bottich. In der Folgezeit gärt das Ganze noch kräftig nach, deshalb muss man eher von einer Schachtelhalmjauche sprechen. Bei diesem Gärprozeß wird noch kräftig Stickstoff angereichert, auch das nehme ich gerne mit.

Einen kräftigen Schuss dieser Brühe gebe ich meinem abendlichen Spritzwasser bei. Anschließend sprühe ich den kompletten Kakteenbestand damit ein. Mein Nachbar rümpft zwar öfters mal die Nase, aber meinen Pflanzen gefällt diese Biokur sehr gut. Gerade in meinen Frühbeetkästen ist durch diese Kulturweise immer eine höhere Luftfeuchtigkeit und somit Pilzgefahr. Die Schachtelhalmbrühe stärkt die Pflanze gegen Pilzbefall und gibt gleichzeitig eine Art Blattdüngung (Stickstoff, Kieselsäure).

Der Aufbewahrungsort ist meine sogenannte Halle, wo es gerade im Sommer recht warm werden kann. In dieser Zeit bis zu Verbrauch gärt die Brühe in den Behältern und wird damit zur sogenannten Schachtelhalmjauche. Dies hat den Vorteil, das Stickstoff gebunden wird und die Brühe damit noch anreichert.

Anwendung: Da es ein Naturprodukt ist, können Sie schier nach Gefühl die Mischungen machen, ich gebe dann immer einen "Schuss" in das Sprühwasser. Das Gute ist, Sie können eigentlich nichts verderben oder "verbrennen". Dies mache ich jeden Sommer nach besonders trockenen und heißen Tagen abends. Besonders den Blattkakteen gefällt sichtbar diese Kur. Die Blattfleckenkrankheit wird stark eingeschränkt. Pilzbefall bei der kompletten Sammlung zeigt sich in den letzten Jahren bei mir nicht mehr und nicht zuletzt ist mein Schwager froh, das „lästige“ Unkraut los zu werden.

Gegen Saisonende, also September/Oktober gebe ich der Brühe noch eine Tablette Chinosol bei, damit ich beim Einräumen ins Winterquartier möglichst viele Pilze vor der Tür lasse...

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