Blaukorn

Aus Kaktus und Kuebel

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Zum Auflösen von Blaukorn:

Blaukorn oder "Nirophoska blau (BASF)" ist ein Mineraldünger für die Landwirtschaft und recht preiswert zu haben. Dessen Vorteil in der Landwirtschaft und der Nachteil im Gewächshaus: Die Körner lösen sich nicht sofort und schon gar nicht vollständig auf. Etwa ein Drittel ist so eingestellt, daß er erst von der Zitronensäure aufgelöst und pflanzenverfügbar gemacht wird, die von den Pflanzenwurzel selbst ausgeschieden wird. Damit wird eine vorzeitigeAusschwemmung verhindert. Wer mit Blaukornlösung gießen will, hat darum Probleme, die Körner lösen sich nicht richtig. Wenn es dennoch unbedingt Blaukorn sein soll, wende ich folgenden zweistufigen Trick an: In eine 2-Liter-Flasche mit Wasser gebe ich 40 Gramm Blaukorn und füge noch ca. 5 ml (Kubikzentimeter) von 18%iger Salpetersäure dazu. Vorsicht dabei und die Sicherheitshinweise beachten! Gut umschütteln, einige Tage stehen lassen und dabei noch mehrmals schütteln. In der doch recht sauren Lösung (für Fachleute: pH-Wert 3 bis 4) löst sich das Blaukorn immer noch nicht klar, aber doch recht vollständig zu einer trüben Brühe. Diese Stammlösung verdünne ich dann auf 2 Gießkannen Wasser (20 Liter) und habe damit eine gute Gießlösung für Kübelpflanzen mit einer moderaten Dünger-Konzentration von 2 Gramm pro Liter. (Die merkwürdige Konzentration der Säure von 18% ist reiner Zufall, die habe ich gerade da). Wer es einfacher will, wählt voll wasserlösliche Düngesalze, die es in verschiedensten Zusammensetzungen zu kaufen gibt. Gerade für Kakteen sind Phosphor-betonte Blütendünger zu empfehlen. Für Grünpflanzen eignet sich eher Universaldünger; der Rasen bekommt Stickstoff-betonte Mischungen. Die etwas höheren Preise sind für unser Hobby eigentlich gegenstandslos, wenn man den doch eher geringen Verbrauch berücksichtigt. Leider kommen in letzter Zeit vermehrt flüssige und bequem anzuwendende Düngekonzentrate auf den Markt, bei denen man den hohen Wasseranteil und den niedrigen Düngeranteil recht teuer bezahlen muß.

Zur "Enthärtung" von Gießwasser

Die "Härte" von Wasser beschreibt dessen Gehalt an Calcium- und Magnesium-Ionen. Infolgedessen kann man Wasser mit Salpetersäure (Schwefel-und Salzsäure wurde in der Literatur auch schon erwähnt) natürlich nicht enthärten. Man kann es allenfalls ansäuern, was z.B. für Epiphyten auch nicht schlecht ist. Der Kalk bleibt aber unverändert erhalten. Zum erfolgreichen Enthärten muß man (möglichst genau die richtige Menge!) Oxalsäure nehmen. Damit fällt der "Kalk" als unlösliches Calciumoxalat aus und wird als trüber Bodenschlamm weggeschüttet. Der manchmal gehörte Tipp, die Brühe dann vor dem Gießen aufzurühren, ist da völlig kontraproduktiv. Allerdings: Oxalsäure und ein Überschuß davon im gerade enthärteten Gießwasser ist giftig, auch für Menschen und Fische, soll aber von Pflanzen vertragen werden. Die genauen Anwendungsvorschriften erfordern da schon etwas chemisches Grundwissen.

Sicherheitshinweis:

Salpetersäure ist, besonders in konzentrierter Form, sehr stark ätzend. Gelbe Flecken auf der Haut bei Kontakt sind ein ernstes Warnsignal! Auch 20 %ige Säure ist ganz und gar nicht harmlos. Im Autoakku ist auch eine 20%ige Säure (allerdings Schwefelsäure), die bei leichtsinnigem Umgang erhebliche Verätzungen verursachen kann. Schutzbrille und Gummihandschuhe sind Pflicht. Darum: Lieber 10%ige Säure kaufen und die doppelte Menge nehmen.

(Gastbeitrag von Herrn Rolf Hartmann (Kelkheim))

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